Panikattacken Nachts – Warum eigentlich?

Von | 3. November 2014
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“Normalerweise” treten Panikattacken sehr gerne situationsbezogen auf – habt ihr z.B. mal eine im Supermarkt gehabt, während ihr in der Schlange gewartet habt, ist es gut möglich das aufgrund dieser Erfahrung das nächste Mal ähnliches passiert. Ihr kennt das ja: Man steht in der Schlange, erinnert sich an die letzte tolle Attacke und schwupp die wupp, hat man sich wieder vollkommen reingesteigert und die Angstattacke lässt nicht lange auf sich warten.

Viele Betroffene jedoch klagen auch unter unerklärlichen Panikattacken beim Einschlafen oder mitten in der Nacht – ähnlich wie ein Albtraum, man wird wach und steckt schon mitten drin. Das ist natürlich alles andere als schön, vorallendingen mitten in der Nacht kommen ja noch die anderen Gedanken dazu wie “Wer ist jetzt noch war, der mir helfen könnte?” und auch Ablenkung wird schwierig. Aber wieso ist das eigentlich so?

 

Die Probleme des Tages werden Abends bzw. im Schlaf verarbeitet:

Der Schlaf bzw. Träumen hat die Aufgabe, das Erlebte des Tages zu verarbeiten. Vielleicht habt ihr besondere Situationen an diesem Tag durchlebt, es war sehr stressig oder ähnliches – all diese Eindrücke verarbeitet euer Kopf bzw. Körper während des Schlafs. Natürlich ist das “Unterbewusstsein” bzw. vegetative Nervensystem immer wach und wie wir hier gelernt haben, kann sich daraus dann trotzdem eine Panikattacke entwickeln.

Tagsüber ist es sehr leicht, sich in bestimmten Situationen abzulenken oder ihnen zu entfliehen. Ihr merkt z.B. das ihr wieder dieses unruhige Gefühl bekommt und ruft eine Freundin an, mit der ihr dann einfach etwas quatscht und so von der aufkommenden Panik abgelenkt sind. Oder ihr flieht aus der Situation, die evtl. beunruhigend bzw. angsteinlössend war. Solche Erlebnisse werden dann vom Körper nachts aufgearbeitet und können dann, im schlechtesten Fall, zu einer Panikattacke im Schlaf bzw. beim Einschlafen ausufern.

Auch allgemeine Probleme, z.B. Stress im Job oder in der Partnerschaft, können Dich unterbewusst den ganzen Tag über beschäftigen und sich Nachts durch Panikattacken bzw. Angstzustände ausdrücken.

Auch wenns ein echt schwerer Tipp ist: Je mehr ihr die Angst verdrängt und sie so versucht zu betäuben, desto gemeiner kommt sie zurück! Die einzige Möglichkeit, und ich weiß das ich das hier schon zig-mal gesagt habe, ist es, sich der Angst zu stellen. Ich weiß, das ist sehr leicht gesagt aber es ist exakt so :)

 

Schlaftabletten als Einschlafhilfe?

Ehrlich gesagt, ich bin kein Fan von Medikamenten und bin der Meinung, dass man die Angst grundsätzlich nicht über Medikamente besiegt sondern mit Willen und Eigeninitiative. Das Problem mit Medikamenten wie z.B. Schlaftabletten ist, dass sie nur Symptome lindern können aber die Ursache nicht bekämpfen. Wenn der Betroffene nun also Tabletten bekommt aber die Angst an sich nicht bekämpft, ist man schneller als man schauen kann Tabletten abhängig und schon hat man ein neues Problem. Sinnvoll ist es meiner Meinung nach nicht :)

Trotzdem, um Probleme zu lösen und der Angst an den Kragen zu gehen, muss man Kraft haben und ohne Schlaf geht das auf jeden Fall in die Hose, schlimmer noch, Schlafmangel kann auch neue Panikattacken auslösen; z.B. weil ihr etwas schlapp auf den Beinen seid aber das als “Alarmsignal” eures Körpers wertet (“Ich kippe gleich um, meine Beine sind schon ganz schlapp”). Solltet ihr also auf Schlaftabletten als Einschlafhilfe zurückgreifen, ist das völlig in Ordnung – habt nur im Hinterkopf, das es halt keine dauerhafte Lösung ist und das Problem nicht im Kern lösen wird.

 

Was kann mir noch helfen?

  • Versucht, nicht gestresst und hektisch ins Bett zu gehen. Lasst euch Zeit, springt nicht ins Bett wie von der Tarantel gestochen sondern gebt eurem Körper die Zeit, langsam runterzufahren.
  • Keinen Schlaf erzwingen – wenn ihr nicht müde seid und ihr legt euch ins Bett, gehen zwangsläufig die Panik-Gedanken los.
  • Bevor ihr also wach im Bett liegt und euch Gedanken macht, lenkt euch ab!
  • Lest ein gutes Buch, das wirkt Wunder!
  • Guckt Fernsehen, aber wirklich nur etwas, was euch auch wirklich fesselt bzw. interessiert – eine langweilige Serie wird nicht helfen. Ein Horrofilm oder Thriller aber wohl auch nicht :)
  • Verzichtet vor dem Schlafen gehen auf fettiges Essen, süße Getränke und Co. Die Verdauung strengt euren Körper an und ihr könntet normale Vorgänge evtl. falsch bewerten.
  • Ein warmer Tee kann dagegen aber beruhigend sein.
  • Koffein solltet ihr, erfahrungsgemäß, bis 6 Stunden vor dem Schlafen gehen nicht mehr zu euch nehmen – Kaffee, Energy Drinks, Cola etc. sind aber als Angstpatient sowieso nicht die beste Wahl :)

 

Habt ihr noch andere Ideen? Was hilft euch? Welche Tricks habt ihr? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Bild von FlickR

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